Gut behütet

Kopfbedeckungen gab es schon immer. Zum einen, um sich vor Sonne, Regen oder Wind zu schützen, zum anderen, um sich zu wärmen oder sich beim Schlafen das Ungeziefer fernzuhalten.

Ein unbedecktes Körperteil (hier der Kopf) verliert bei Kälte seine Wärme und daher ist es empfehlenswert, eine Kopfbedeckung zu tragen. Die Auskühlung des Körpers wird so vermindert und einer Erkältung wird vorgebeugt. Eine Kopfbedeckung spendet Schatten bei zu viel Sonne. Der Mensch würde einen Sonnenstich bekommen und daran sterben, wenn er den Kopf nicht bedeckt.

Aus diesen menschlichen Grundbedürfnissen, entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte gesellschaftsabhängige, soziale und landestypische Unterschiede, die Ihnen bekannt vorkommen werden:

  • Die Sklaven bekamen einen Hut als Zeichen ihrer Freiheit, wenn sie freie Bürger wurden.
  • Die Handwerker des Mittelalters zeigten durch den Hut ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Zunft an; heute noch gut sichtbar bei den Wandergesellen (Zylinder oder Schlapphut).
  • Eine ganz andere Variation ist die Schlafmütze oder Zipfelmütze. Diese wurde zum Schlafen benutzt und war in der Bevölkerung weit verbreitet. (Bild: der arme Poet)
  • Der Hut verweist auf die Zugehörigkeit zum Adel oder zur Bürgerschaft.
  • Im Grunde sind die Kronen auch eine Art Hut, denn auch hier zeigen die Herrscher mit ihrer Kopfbedeckung ihren Stand, ihre Macht und ihren Reichtum an - Pharaonen trugen zum Beispiel eine Mischung aus Hut und Helm/Krone.
  • Diademe verleihen dem "Bekränzten" Macht, Ansehen, Stand und Ehre (Stirnreif, Lorbeerkranz).
  • Der Blumenkranz als Brautschmuck hat die Funktion des Schmückens, wie auch den Wunsch, die Damen des Herzens aus der Menge herauszuheben und ihr Ansehen zu verleihen.
  • Die Kirche benutzt die unterschiedlichen Kopfbedeckungen heute noch, beispielweise die Tara, die sogenannte Papstkrone.
  • Ebenso zeigte der Hut die politische Gesinnung an, zum Beispiel die Baskenmütze.
    Der Trachtenhut zeigt die Region, den Stand und das Geschlecht an: etwa für Frauen der typische Schwarzwaldhut aus Stroh mit roten Bollen für ledige Frauen und mit schwarzen Bollen für Verheiratete.
  • Der Hut gilt seit langer Zeit für Frauen als ein Zeichen ihrer Identität. Je extravaganter und teurer der Hut, desto höher gestellt, individueller und kreativer sieht sich die Frau in der Gesellschaft. Zum Beispiel die Hüte im Pferderennen in Ascot.

Jolly Arts®-Tipp

Heute sind jede Art von Hüten, Mützen, Caps und alle anderen Kopfbedeckungen, ein wichtiges Accessoire für Frauen wie Männer. Diese Accessoires sind für jeden frei zugänglich und ohne Beschränkung käuflich oder selber herstellbar. Dennoch sind die alten traditionellen oben erwähnten soziallen, kulturellen und landestypischen Hintergründe weiterhin gültig. Sie sind im Unterbewusstsein verankert und wirken weiter. Weltweit gilt: Frauen, die etwas von Mode und Trends verstehen und sich gerne in der Öffentlichkeit zeigen möchten, kommen an einer ausgefallenen Kopfbedeckung gar nicht vorbei! Das gilt übrigens für die Männer ebenso.