Leinen - Ein Schatz im Kleiderschrank

Der Name Leinen oder Flachs bezeichnet sowohl die Pflanze als auch das Gewebe. Letzeres heißt Leinwand, Leintuch oder Linnen.

Fangen wir aber ganz von vorne an, nämlich cirka in der Zeit 36.000-31.000 v. Chr. Aus dieser Zeit stammen nachweislich die ersten Funde von menschlicher Kleidung. Flachsverarbeitung in Mitteleuropa ist jünger, es datiert auf ca. 28.000 v. Chr. Es gibt bei den Ägyptern auch die einen oder anderen Zeugnisse von Leinen, die wir als Besucher von Museen bestimmt schon an den Mumien gesehen, die waren nämlich in handgewebten Leinenstreifen eingehüllt. Später im Mittelalter war Leinen neben der Wolle, das Material der Wahl.

Leinen verfügt über bestimmte Eigenschaften, die vorteilhaft für den Träger sind. Es ist erstaunlich, wie viel Leinen dem Träger bietet: die Leinenfaser ist glatt und somit schließt das Gewebe wenig Luft ein. Aus diesem Grunde ist Leinen flusenfrei und wenig anfällig gegen Schmutz und Bakterien. Ja sogar von Natur aus bakterizid, fast antistatisch und schmutzabweisend. Leinen kann bis zu 35 Prozent der Luftfeuchtigkeit aufnehmen, tauscht diese aber schnell wieder mit der Umgebungsluft aus. Daher wirkt Leinen kühlend und ist dabei gleichzeitig trocken wärmend. Aus diesem Grunde wird Leinen häufig für Sommerkleidung eingesetzt.

Weiterhin ist Leinen sehr reißfest, langlebig, strapazierfähig und extrem unelastisch. Das kennen wir gut, denn Leinen ist knitteranfällig, nicht umsonst sehen Leinensachen immer irgendwie ungebügelt aus. Dafür hat Leinen einen natürlichen Glanz und Stärke.

Ohne Flachs: Spinnen Sie doch mal mit Leinen rum

Die Gewinnung von Leinen und die Verarbeitung des Flachs ist im Laufe der Jahrhunderte immer mehr zurück gegangen. Flachs ist eigentlich sehr gut teilbar und daher fein verspinnbar, deshalb zeichnet sich Leinenfaser auch für das Herstellten von lang haltbaren Stoffen aus.  Die Baumwolle hat das Leinen weltweit vom Markt vertrieben, denn sie war einfacher zu handhaben und billiger.

Heute sind die Damen der Welt an Bett-und Hauswäsche aus Leinen interessiert, Kleidung, Dekorationsstoffe, sowie handgewebte teure Produkte. Weiterhin werden Leinwände zum Bespannen für die Malerei genutzt, für Schuhe und Taschen. Es gibt noch viele Verwendungsmöglichkeiten für Leinenstroh, Flachs als Naturverbundwerkstoff oder für die Automobilindustrie, ist für unsere Betrachtung aber nicht von Interesse.

Sie wollen ein wertvolles, langlebiges, gut verträgliches und praktisches Kleidungsstück tragen, dann entscheiden Sie sich für Leinen. Bei richtiger Behandlung und liebevoller Wertschätzung der Pflanze, dem Verarbeitungsprozesses und der Phantasie und dem Können der Schneiderin, ist das Kleidungsstück aus Leinen ein Schatz in Ihrem Kleiderschrank. 


Jolly Arts® Pflegehinweise

Leinen ist leider anfällig gegenüber Reibung. Seine Scheuerfestigkeit ist geringer als die der Baumwolle, daher ist für Leinen immer ein Schonwaschgang zu empfehlen. Waschlaugen, Waschmittel, Kochwäsche, chemische Reinigung und hohe Temperaturen sind für Leinen kein Problem. Allerdings: Trockene Hitze schädigt das Gewebe, daher muss es zum Bügeln noch leicht feucht sein und den Wäschetrockner sollten Sie ganz schnell vergessen!