Bernstein – Das Gold des Nordens

Gleichgesetzt mit göttlichem Gold übt der Bernstein seit jeher eine magische Anziehungskraft auf die Menschen aus. Legendär ist der Mythos des verschollenen Bernsteinzimmers. Zahnende Kinder wissen seine wohltuende Wirkung zu schätzen und der Schmuck aus dem fossilen Harz gereicht so mancher mächtigen Frau zur Zierde.

Der Namensherkunft von Bernstein

Der Namen Bernstein deutet auf seine Brennbarkeit hin, denn in allen Zeiten der Menschheitsgeschichte wurde der Bernstein verbrannt. Im Polnischen heißt der Bernstein Burstyn und im Englischen amber. Die Griechen nannten den Bernstein "Das Gold der Sonne" oder Elektron und die Baltischen Völker "Das Gold des Nordens".

 

Sogar in der prähistorischen Zeit nutzten die Menschen das fossile Harz, sie trugen Bernstein als Talisman oder Amulett. Bernsteinschmuck war im gesamten Europäischen Raum sehr beliebt. Als Grabbeigabe fand man oft in Ruhestätten. Bernstein gehört zu den beliebtesten Edelschmuck- und Heilsteinen der Welt.


Die Entstehung von Bernstein

Bernstein ist das Harz von Bäumen, die in Wäldern und Mooren standen und langsam absackten, überdeckt wurden. Bernstein ist zwischen 190 Mio. Jahre und 40 Mio. Jahre alt, je nachdem, wo er gefunden wird. Durch den langsamen Entzug von Wasser, verfestigte/alterte das Harz zu Bernstein. Die Fundorte von Bernstein sind im Baltikum, in der Karibik, in Sizilien, im Libanon, in Jordanien, in Rumänien, in Birma, in China, in Japan, in Mexico, in Alaska und in Spanien.

 

Im Harz befinden sich oft Pflanzenreste, Tiere, Wasserblasen und vieles mehr, diese Bernsteine heißen dann "Inklusen". Diese Reste machen den Bernstein oft undurchsichtig und geben ihm sein typisches Aussehen.


Die chemische Zusammensetzung von Bernstein

Bernstein gehört keiner Mineralienklasse an, sein Typ ist amorph. Die Formel für Bernstein ist C10H16O + (H2S). Das bedeutet, er enthält Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff, in Wirklichkeit ist Bernstein ein Gemisch aus Alkohole, Aldehyde, Ester, Isoprene und Terpenoide mit Spuren von Schwefelwasserstoff. Die Dichte von Bernstein ist 1,05-1,09 und die Mohshärte von Bernstein ist 2-2,5. Der Bruch von Bernstein ist muschelig/spröde, die Stichfarbe ist weiß, die Transparenz ist durchsichtig bis undurchsichtig. Bernstein gibt es in den Farben weiß, gelb, grünlich, braun, schwarz, rot und blau. Bernstein ist empfindlich gegen Stoß und Abrieb, Säuren, Benzin, Alkohol und Parfüm. Da der Bernstein so weich ist, kann er von einem Goldschmied leicht wieder aufpoliert werden und ist dann wie neu.